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Drahtloses Internet
  • 25.10.2016

Vorsicht bei drahtloser Internetverbindung: Sichern Sie Ihren WLAN-Anschluss

WLAN-Router mit Schutzschild

Kabellos und ortsungebunden im Internet zu surfen ist einfach und bequem. Doch die sogenannten WLAN-Anschlüsse (Wireless Local Area Network, wörtlich übersetzt drahtloses lokales Netzwerk) bergen Sicherheitsrisiken für Verbraucherinnen und Verbraucher. Wer seinen Internetanschluss nicht sichert, riskiert, dass Dritte ihn unbemerkt nutzen und Daten, die per WLAN übermittelt werden, mitlesen können.

Nur verschlüsselt ist sicher

Wenn Sie keine besonderen Vorkehrungen bei Ihrem privaten WLAN getroffen haben, hat jeder, der sich mit einem WLAN-fähigen Gerät wie einem Smartphone, einem Tablet oder einem Laptop in Reichweite Ihrer Funkverbindung befindet – beispielsweise Nachbarn oder Passanten – darauf Zugriff. Private Daten, die beispielsweise per E-Mail oder über soziale Netzwerke ausgetauscht werden, sowie Passwörter oder Kontodaten können so von Dritten ausgespäht oder gar manipuliert werden.

Unter Umständen sind Sie dafür haftbar, wenn Dritte Rechtsverletzungen (beispielsweise Urheberrechtsverletzungen durch den Download von urheberrechtlich geschützter Musik oder eines urheberrechtlich geschützten Films aus illegalen Quellen) über Ihren ungesicherten WLAN-Anschluss vorgenommen haben. Laut geltender Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs dürfen Privatpersonen auf Unterlassung, nicht jedoch auf Schadensersatz in Anspruch genommen werden.

Ein neues Gesetz, das zum Ziel hatte, die sogenannte Störerhaftung von Inhabern offener WLAN-Anschlüsse zu beseitigen, führte bislang nicht zur gewünschten Rechtssicherheit für Verbraucherinnen und Verbraucher. Die seit Juli 2016 geltende Neuregelung stellt nun gesetzlich klar, dass Betroffene keinen Schadensersatz leisten müssen, wenn Unbefugte Rechtsverstöße über ihren WLAN-Anschluss begehen. Ungeklärt bleibt jedoch die Frage, ob die Anschlussinhaber – wie schon bisher – durch teure Abmahnungen auf Unterlassung künftiger Rechtsverstöße in Anspruch genommen werden dürfen. Die abschließende Klärung dieser Haftungsfrage durch die Gerichte steht bislang aus.

Vor diesem Hintergrund rät das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg Verbraucherinnen und Verbrauchern in jedem Fall, ihre WLAN-Verbindung zu überprüfen und an aktuelle Sicherheitsstandards anzupassen. Dazu gehören etwa die Einrichtung einer Zugangskontrolle zum WLAN-Anschluss, eine Verschlüsselung des WLAN-Funkverkehrs mittels Passwort sowie eine Absicherung des WLAN-Routers. Als Verschlüsselungsstandard im privaten Bereich empfiehlt sich der sogenannte WPA2-Standard (Wi-Fi Protected Access 2 – ein Verschlüsselungsstandard für WLAN, bei dem ein allen Funknetzwerk-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern bekanntes Passwort zur Generierung von teilnehmerspezifischen Sitzungsschlüsseln verwendet wird). Eine Verschlüsselung mit dem sogenannten Standard WEP (Wired Equivalent Privacy – ein Verschlüsselungsverfahren, das für WLAN verwendetet wird) ist unsicher und nicht zu empfehlen. Wenn Sie nicht im WLAN aktiv sind, wird empfohlen, das WLAN abzuschalten, da dies der beste Schutz gegen Eindringlinge ist.

Vorsicht bei der Nutzung von öffentlichen WLAN-Hotspots

Die Nutzung öffentlicher WLAN-Hotspots kann ebenfalls Gefahren für Verbraucherinnen und Verbraucher bergen. Als Hotspots werden öffentlich zugängliche WLAN-Verbindungen – beispielsweise an Bahnhöfen oder in Cafés – bezeichnet, die meist ohne Login genutzt werden können. Häufig verzichten Betreiber von öffentlichen WLAN-Hotspots auf die Verschlüsselung des Anschlusses. Nutzen Sie diesen Anschluss, können Dritte leicht auf Ihr mobiles Endgerät zugreifen und so Zugang zu Ihren persönlichen Daten erhalten. Dabei besteht die Gefahr, dass auf diese Weise auch sensible persönliche Daten, wie etwa Ihre Kontoverbindung, von Dritten abgefangen werden.
Bietet die besuchte Internetseite ihren jeweiligen Dienst verschlüsselt an (zum Beispiel per SSL, zu erkennen an https statt http und einem kleinem Schloss im Browser), ist für Dritte das Abfangen Ihrer Daten deutlich schwieriger, aber nicht unmöglich. Banken und Onlineshops nutzen in der Regel immer SSL-Verschlüsslungen. Ist es nicht vermeidbar, dass Sie vertrauliche Daten über ein fremdes WLAN versenden, empfiehlt es sich, VPN (Virtual Private Network) zu nutzen. Dank VPN erhalten Sie die Möglichkeit, eine verschlüsselte Verbindung für die übertragenen Daten in ein vertrauenswürdiges Netzwerk aufzubauen.

Wenn Sie regelmäßig öffentliche WLAN-Anschlüsse nutzen, dann sollten Sie Ihr Gerät mit einer aktuellen Firewall und einem Anti-Virenprogramm ausstatten sowie Ihr Betriebssystem und Ihren Browser auf dem neuesten Stand halten. Bietet der Hotspot-Betreiber keinen verschlüsselten WLAN-Zugang an und sollten die Anbieter der besuchten Webseiten ihre Dienste nicht verschlüsselt anbieten, sollten Sie auf keinen Fall persönliche oder sensible Daten übertragen. Damit Sie keine Angriffsfläche bieten, empfiehlt es sich, die WLAN-Funktion bei ihren mobilen Endgeräten nur einzuschalten, wenn Sie diese benötigen.

Weitere Informationen

Weitere Informationen darüber, wie Sie Ihren WLAN-Anschluss sichern können und wie Sie öffentliche WLAN-Verbindungen sicher nutzen können, finden Sie auf der Internetseite des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik.

Sicherheitstipps zum privaten WLAN-Einsatz; Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI für Bürger)
BGH-Urteil „Haftung für unzureichend gesicherten WLAN-Anschluss“ aus dem Jahr 2010

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