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Roaming mit Smartphone, Tablet & Co.
  • 17.01.2017

Aktuelle Handygebühren im EU-Ausland – Abschaffung Roaming 2017 – Vorsicht außerhalb der EU

Hand mit Handy
Mobiltelefon in der Hand

Welche Roaming-Gebühren fallen derzeit an?

Seit dem 30. April 2016 sind anstatt der bisher geltenden Gebühren-Obergrenzen für Telefonate, SMS und Surfen im EU-Ausland noch geringe Aufschläge auf den Heimattarif erlaubt. Für getätigte Anrufe aus dem EU-Ausland sind dies (jeweils gerundet inklusive Mehrwertsteuer) maximal 6 Cent pro Minute, für eingehende Anrufe im EU-Ausland 1 Cent pro Minute. Für SMS können die Anbieter einen Aufschlag von 2 Cent pro SMS und für das mobile Internet-Surfen im EU-Ausland 6 Cent pro MB zusätzlich zum Heimattarif verlangen.

Insgesamt darf die Summe aus Heimattarif und Roaming-Aufschlag nicht die bisher geltende jeweilige Obergrenze überschreiten: Das heißt für Anrufe aus dem EU-Ausland sind 23 Cent pro Minute und für eingehende Anrufe im EU-Ausland 6 Cent pro Minute, für eine gesendete SMS 7 Cent die Obergrenze. Eingehende Roaming-SMS bleiben kostenlos. Beim mobilen Internet-Surfen im EU-Ausland, dem Daten-Roaming, gilt eine Preisobergrenze von 24 Cent pro Megabyte (MB) Datenmenge (jeweils gerundet inklusive Mehrwertsteuer).

Wegfall der Roaming-Gebühren ab 15. Juni 2017

Zum 15. Juni 2017 werden die Extra-Gebühren für Roaming abgeschafft und somit an die Tarife im Inland angeglichen. Um eine angemessene Nutzung für die Unternehmen zu garantieren, sollen Einschränkungen möglich sein. Wenn die Anbieter einen Missbrauch bzw. eine zweckentfremdete, dauerhafter Nutzung von Roaming-Diensten feststellen, bei der z. B. eine günstigere SIM-Karte in einem anderen EU-Staat gekauft wird, um sie zu Hause zu verwenden, oder wenn bei einem dauerhaften Auslandsaufenthalt der für das Heimatland abgeschlossene Vertrag genutzt wird, dürfen sie Aufschläge berechnen. Nach einem Beobachtungszeitraum von vier Monaten können Anbieter an Nutzerinnen und Nutzer herantreten und darüber informieren. Wird von Nutzerseite innerhalb einer zweiwöchigen Frist keine Klärung der Situation vorgenommen oder bleibt es bei der Roaming-Dauernutzung, so soll der Anbieter geringe Aufschläge auf die Kosten erheben können.

Außerdem sind zum Schutz der Anbieterseite Ausnahmeregelungen vorgesehen, falls eine Kostendeckung beim Roaming nicht möglich sein sollte. Dabei sollen Anbieter auf Nachweis Anträge auf Erhöhung der Tarife stellen können. Wie sich diese Regelungen in der Praxis auswirken, bleibt abzuwarten.

Nach neuen Tarifen Ausschau zu halten oder einen Anbieterwechsel in Betracht zu ziehen kann sich lohnen, da einige Anbieter bereits jetzt auf das Erheben von Roaming-Gebühren verzichten. Manche Unternehmen bieten für Neukunden oder Vertragsverlängerungen ebenfalls günstige Optionen an. Eine genaue Prüfung der einzelnen Angebote empfiehlt sich. Laut Bundesnetzagentur gelten die Aufschläge auf den Heimattarif auch für Nutzerinnen und Nutzer von Flatrate-Tarifen und Inklusivpaketen. Eine genaue Prüfung der Auslandsoptionen empfiehlt sich auch hier.

Regelungen zum Schutz der Nutzerinnen und Nutzer

Kundinnen und Kunden werden durch eine automatische Kurzmitteilung beim Grenzübertritt über die geltenden Roaming-Gebühren und mögliche Tarifoptionen im EU-Ausland informiert.

Da trotz der Senkung der Tarife schnell eine große Datenmenge und somit hohe Kosten erreicht werden können, ist zum Schutz der Nutzerinnen und Nutzer vor teuren Rechnungen eine automatische Unterbrechung des Datenzugangs eingerichtet, wenn die gesetzliche Kostenobergrenze von 50 Euro (plus Mehrwertsteuer in Deutschland: 59,50 Euro) erreicht ist. Um weitersurfen zu können, muss man sich aktiv wieder einwählen. Diese verpflichtende Kostenbremse kann auch ausgeschaltet werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, mit dem Mobilfunkanbieter kostenlos eine andere finanzielle Obergrenze für Datenroamingdienste festzulegen. Statt des Höchstbetrags in Euro kann auch eine Obergrenze für das Datenvolumen, das maximal heruntergeladen werden kann, bestimmt werden.

Diese automatische Unterbrechung erfolgt nur, wenn der eigene Mobilfunk-Anbieter seinen Sitz innerhalb der EU hat. Beim Surfen außerhalb der EU muss der Betreiber des ausländischen Netzes die Daten in Echtzeit an den Mobilfunkanbieter der Verbraucherinnen und Verbraucher übermitteln. Nicht alle Anbieter haben entsprechende Kooperationen vereinbart. Bei Einreise in ein Land, in dem die Kostenbremse nicht funktioniert, muss per SMS entsprechend informiert werden.

Mobilfunk-Tarife im EU-Ausland für:
Maximal erlaubte Aufschläge auf den Heimattarif
seit 30. April 2016
mit MwSt. (gerundet)
Obergrenze
Heimattarif + Aufschläge
seit 30. April 2016
mit MwSt. (gerundet)
Selbst getätigte Anrufe pro Minute
0,06 €
0,23 €
Angenommene Anrufe pro Minute
0,01 €
0,06 €
Verschickte SMS
0,02 €
0,07 €
Eingegangene SMS
kostenlos
kostenlos
Datendienste pro Megabyte (MB),
abgerechnet wird nach Kilobyte
0,06 €
0,24 €

Vorsicht außerhalb der EU

Bis auf die automatische Unterbrechung beim Surfen gelten all diese Regelungen nur EU-weit. Telefonieren, SMS schreiben oder Surfen z. B. aus beliebten Urlaubsländern Nordafrikas oder Asiens, sind nicht von der Regelung betroffen und können höhere Kosten verursachen. Selbst bei manchen europäischen Nicht-EU-Staaten (z. B. Schweiz, Türkei) ist es sinnvoll, die Auslandskonditionen des Anbieters zu prüfen. Auch für eine Seereise gelten besondere Bestimmungen.

Was ist bei einer Seereise bzw. Kreuzfahrt besonders zu beachten?

  • In Küstennähe und in den Häfen gelten für die Nutzung der Mobilfunknetze meist die oben beschriebenen Regeln, solange herkömmliche, landbasierte Netze genutzt werden.
  • Auf hoher See ist in der Regel kein Mobilfunknetz eines Festlandes verfügbar. Hier kann nur über Satellit telefoniert werden und eine Satellitennutzung ist vergleichsweise teuer. Dabei gelten die Regeln der EU für das Roaming und die Kostenobergrenzen nicht.
  • Da die meisten Kreuzfahrtschiffe jedoch eigene Zugangspunkte für Mobilfunk anbieten, können Telefongespräche und Datenverkehr mit dem Handy oder dem Smartphone über das Satellitennetz erfolgen. Die Preise für diese Verbindungen hängen davon ab, von welchem Unternehmen der Satellit und das Netz des Kreuzfahrtschiffes betrieben werden und welche Vereinbarungen zu Roaming-Gebühren mit dem jeweiligen Mobilfunkunternehmen gelten.
  • Vor der Schiffsreise sollten daher die jeweils geltenden Kosten beim Reiseveranstalter und beim eigenen Mobilfunkunternehmen erfragt werden.
  • Generell sollten automatische Datenübertragungen wie z. B. Updates oder die Aktualisierung von Email-Konten nach Möglichkeit abgeschaltet werden.

Tipps zur Kostenersparnis bei der Handynutzung im Urlaub

  • Das Limit von 60 Euro beim Internet-Surfen ist unter Umständen sehr schnell erreicht. Eine unüberlegte Zustimmung zum Weitersurfen kann hohe Kosten verursachen.
  • Am preiswertesten sind Urlaubsgrüße an Daheimgebliebene meist per SMS.
  • Außerhalb der EU, z. B. in den beliebten Urlaubsländern Türkei, Tunesien, Ägypten oder Thailand, gilt die Obergrenze des Eurotarifs nicht und somit sind sehr hohe Kosten auch für Telefonate und SMS möglich. Dies kann auch z. B. bei Reisen in die Schweiz geschehen. Norwegen, Island und Liechtenstein behandeln die meisten Anbieter wie EU-Länder.
  • Smartphones u. ä. können sich vom Nutzer unbemerkt ins Internet einwählen, um z. B. ein Software-Update auszuführen, automatisch E-Mails abzurufen oder die Wetterinformationen zu aktualisieren. Dies kann durch rechtzeitiges Ausschalten dieser Funktion bzw. des Gerätes verhindert werden.
  • Generell können Kosten durch rechtzeitiges Abschalten von automatischen Funktionen wie Rufweiterleitung oder durch den Verzicht auf Abhören der Mailbox gespart werden, vor allem in Ländern außerhalb der EU. Denn sonst lauert die gefürchtete Kostenfalle der doppelten Umleitung: Man zahlt zum einen für die Weiterleitung des Gesprächs ins Urlaubsland und dann noch einmal für die Rückleitung auf die deutsche Mailbox.
  • Reiseführer und City-Guides gibt es auch als Apps, die sich unterwegs mit einem Smartphone nutzen lassen. Das Herunterladen vor Reiseantritt spart Roaming-Gebühren, da die Reiseführer nach dem Download in der Regel ohne Internetverbindung, also offline, zur Verfügung stehen.
  • In vielen Hotels, Bars, Restaurants und öffentlichen Einrichtungen stehen WLAN-Hotspots zur Verfügung, mit deren Hilfe preisgünstig, oder sogar kostenfrei, am Urlaubsort im Internet gesurft werden kann. Allerdings muss von der Eingabe von sensiblen persönlichen Daten (wie etwa Online-Banking, Kreditkartennummer) abgeraten werden, da diese leicht ausgespäht werden können.
  • In Grenzgebieten zu Deutschland sollte man darauf achten, sofern möglich, das kostengünstigere, eigene Netz zu wählen.
  • Verbraucherinnen und Verbrauchern wird empfohlen, sich vor der Reise über die jeweiligen Daten-Roaming-Gebühren der Mobilfunk-Anbieter für das entsprechende Urlaubsland zu informieren.

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