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Finanzberatung – Geeignetheitserklärung – Telefonaufzeichnung
  • 28.08.2018

Vom Beratungsprotokoll zur Geeignetheitserklärung – auch Telefonate werden jetzt aufgezeichnet

Beratungssituation: Die Geeignetheitserklärung wird einer Kundin ausgehändigt

Durch die Finanzkrise haben viele Privatanleger große Teile ihrer Ersparnisse verloren. Die Krise hat Mängel im System offengelegt und den Bedarf nach einem besseren Schutzniveau für private Anleger aufgezeigt. In den zurückliegenden Jahren hat der Gesetzgeber daher eine Reihe neuer gesetzlicher Regelungen geschaffen, damit Verbraucherinnen und Verbraucher bei der Beratung über Geldanlagen besser geschützt werden und notwendige und transparente Informationen erhalten.

Aus dem Beratungsprotokoll wird die Geeignetheitserklärung

Seit 2010 mussten Berater von Banken und sonstigen Wertpapierdienstleistungs­unternehmen bei der Anlageberatung von Privatanlegern ein schriftliches Beratungs­protokoll anfertigen. Seit 2013 sind auch freie Vermittler von Finanzanlagen verpflichtet, ihren Kundinnen und Kunden vor Abschluss eines Geldanlagegeschäfts ein Beratungsprotokoll auszuhändigen. Bekannt sein dürfte eine solche Protokollierungspflicht vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern auch aus dem Versicherungsbereich (eine vergleichbare Regelung existiert dort seit 2002).

Seit Anfang Januar 2018 – mit Umsetzung der MIFID-II-Richtlinie in nationales Recht – ersetzt die sogenannte Geeignetheitserklärung das Beratungsprotokoll bei Wertpapier­dienstleistungsunternehmen, die Anlageberatung betreiben. (Bank-)Berater müssen seitdem eine Geeignetheitserklärung erstellen, deren Vorgaben europaweit harmonisiert sind. Die Geeignetheitserklärung muss die erbrachte Beratung nennen und erläutern, wie sie auf die Präferenzen, Anlageziele und die sonstigen Merkmale des Kunden abgestimmt wurde. Sie muss der Kundin oder dem Kunden vor Vertragsschluss auf einem dauerhaften Datenträger – etwa auf Papier, einer CD-ROM oder mittels einer Email – zur Verfügung gestellt werden.

Telefonische und elektronische Kundenaufträge werden aufgezeichnet

Die elektronische Kommunikation und die Inhalte von Telefongesprächen, die sich auf Kundenaufträge beziehen, werden für Zwecke der Beweissicherung nun von den Wertpapierdienstleistungsunternehmen aufgezeichnet und diese Aufzeichnung mehrere Jahre aufbewahrt. Dies betrifft zum Beispiel eine Beratung und Auftragserteilung per Telefon, bei denen das Gespräch Wort für Wort vom Wertpapierdienstleistungsunternehmen aufgezeichnet werden muss. Kundinnen und Kunden müssen vorab vom Wertpapierdienstleistungsunternehmen in geeigneter Weise über die Aufzeichnung von Telefonaten informiert werden.

Kundinnen und Kunden können einer solchen Aufzeichnung zwar widersprechen. Das Unternehmen darf jedoch anschließend den mittels telefonischer oder elektronischer Kommunikation erklärten Kundenauftrag nicht auf diesem Wege erbringen. Durch die Aufzeichnung sollen unter anderem Kundinnen und Kunden den Gesprächs­inhalt und die Risikoaufklärung genau nachvollziehen können. Daneben dienen die Aufzeichnungen natürlich auch zu Beweiszwecken für das Wertpapierdienstleistungs­unternehmen sowie für die Verbraucherinnen und Verbraucher. Deshalb müssen die Unternehmen auf Verlangen der Kundinnen und Kunden eine Kopie der Aufzeichnung herausgeben.

Ansprechpartner für Verbraucherinnen und Verbraucher bei Problemen

Verbraucherzentrale

Die von der Landesregierung geförderte Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V. informiert und berät Verbraucherinnen und Verbraucher bei Fragen des privaten Konsums. Allgemeine Informationen sowie Musterbriefe zum Thema Finanzen stehen auf der Internetseite der Verbraucherzentrale zur Verfügung. Des Weiteren bietet die Verbraucherzentrale auch eine (kostenpflichtige) individuelle Beratung persönlich, per Telefon oder Email an.
Zur Preisübersicht

BaFin nimmt Beschwerden entgegen

Verbraucherinnen und Verbraucher haben die Möglichkeit, sich bei Problemen mit Finanzinstituten direkt bei der BaFin zu beschweren. Diese kann die Finanzinstitute zur Stellungnahme auffordern und sich mit dem Finanzinstitut auseinandersetzen, wenn sie Anlass für ein aufsichtsrechtliches Einschreiten sieht. Die BaFin kann die Beschwerden jedoch nur dann bearbeiten, wenn das Unternehmen ihrer Aufsicht untersteht.
Bei der BaFin beschweren

Schlichtungsstellen

Schlichtungsstellen ermöglichen Verbraucherinnen und Verbrauchern, Streitigkeiten mit Unternehmen zum Beispiel aus dem Finanzbereich außergerichtlich, kostengünstig, schnell und effizient beizulegen.
Eine solche Schlichtungsstelle befindet sich beispielsweise bei der BaFin. Diese hilft bei Streitigkeiten von Verbraucherinnen und Verbrauchern mit Kreditinstituten und Finanzdienstleistern, für die keine anerkannte, private Verbraucherschlichtungsstelle zuständig ist.
Weitere Schlichtungsstellen und Ansprechpartner

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