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Sicherheit im Internet
  • 14.04.2015

Verbrauchertag Baden-Württemberg 2015

Referenten des Verbrauchertags Baden-Württemberg 2015; Foto: MLR/KD Busch
Von links: Alexander Bonde, Verbraucherminister Baden-Württemberg; Cornelia Tausch, Vorstand Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V.; Michaela Schröder, Verbraucherzentrale Bundesverband; Stefan Middendorf, Landeskriminalamt Baden-Württemberg; Jörg Klingbeil, Landesbeauftragter für den Datenschutz; Linus Neumann, Chaos Computer Club; Alexander Sander, Digitale Gesellschaft e. V. und Moderatorin Nicole Köster, SWR, EinsPlus

Sicherheit im Internet – so lautete das Thema des vierten baden-württembergischen Verbrauchertags, der vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz veranstaltet wurde. Rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer informierten sich am 26. März 2015 zu Chancen und Risiken beim täglichen Surfen im Netz und holten sich Tipps und Ratschläge von Expertinnen und Experten zum Umgang mit dem Internet. Ein Höhepunkt der Veranstaltung war ein Live-Hacking.

Über das Netz oder eine App den Kontostand checken, mit Freunden kommunizieren, die Heizung daheim von unterwegs steuern, Hotels oder Mitfahrgelegenheiten buchen: Verbraucherinnen und Verbraucher sind längst im digitalen Alltag angekommen. Doch Sicherheitslücken im Netz verunsichern viele Menschen. Laut einer aktuellen repräsentativen Befragung im Auftrag des Verbraucherministeriums haben über zwei Drittel der Befragten Sorge vor Viren auf dem Computer und sehen die Gefahr des Ausspionierens und des Missbrauchs persönlicher Daten als großes Problem an. Es ist wichtig, den Blick der Verbraucherinnen und Verbraucher für die Sicherheit im Netz zu schärfen, damit sie wissen, was sie für ihre eigene Datensicherheit tun können.

Cornelia Tausch; Foto: MLR/KD Busch

Cornelia Tausch, Vorstand der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V., fasste die Beschwerden der Verbraucherinnen und Verbraucher aus der digitalen Lebenswelt zusammen: „Unbefugte Abbuchungen von vermeintlichen Telekommunikationsdienstleistern und online bestellte Ware, die bezahlt aber nicht geliefert wird, verunsichern Verbraucherinnen und Verbraucher. Doch wie können wir uns und unsere Daten schützen? Eine Lösung ist, dass Voreinstellungen in sozialen Netzwerken nutzerfreundlicher werden."

Linus Neumann; Foto: MLR/KD Busch

Nach ihrem Vortrag folgte die Keynote der Veranstaltung, die Linus Neumann, Sprecher des Chaos Computer Clubs, hielt. „Unser Fernseher belauscht das Wohnzimmer, Google macht Fotos von unserem Haus - ist in so einer Zeit ein angemessener Verbraucherschutz überhaupt noch möglich?“ Dieser Frage ging Neumann nach.

Anschließend hielt Alexander Sander, Geschäftsführer der Digitalen Gesellschaft e. V., einen Vortrag. Er betonte, dass unsere Privatsphäre, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung sowie die Telekommunikations-, Kunst-, Meinungs- und Informationsfreiheit auch und gerade in der digitalen Welt geschützt werden müssten - denn das sei im Sinne einer freiheitlichen Gesellschaft.

Middendorf: „Wir sind immer stärker vernetzt und in vielen Bereichen transparent – wollen wir aber gläsern werden?“

Auch das Thema „Digitale Identitäten“ wurde aufgegriffen: „Wir sind immer stärker vernetzt und in vielen Bereichen transparent - wollen wir aber gläsern werden? mit dieser Frage befasste sich Stefan Middendorf vom Landeskriminalamt auf dem Verbrauchertag. Es sei wichtig zu wissen, was unser „Digitales Ich" genau sei und wie es ausgestaltet würde. Relevant sei auch, wie unser „Digitales Ich“ gepflegt würde und wie man sich gegen digitale Bedrohungen aus dem Netz im Alltag schützen könne.

Daraufhin stellte Michaela Schröder vom Verbraucherzentrale Bundesverband das Projekt „Surfer haben Rechte“ vor. Ziele des Projekts seien, Verbraucherinnen und Verbraucher aufzuklären und sich gegen Rechts- und Datenmissbräuche zu wehren. Interessenten bekämen auf der Internetseite des Projekts www.surfer-haben-rechte.de beispielsweise Informationen zu Suchmaschinen, Webmaildiensten, Online-Shops oder Sozialen Netzwerken.

Jörg Klingbeil, der Landesbeauftragte für den Datenschutz, informierte über wichtige Gestaltungsmerkmale des Datenschutzes. Um persönliche Daten möglichst gut zu sichern, sei es wichtig, sparsam damit umzugehen. Zudem seien eine strikte Zweckbindung der Datenverwendung sowie gesetzliche und vertragliche Grundlagen und technisch-organisatorische Maßnahmen relevant.

Live-Hacking: Eine Digitalkamera angreifen und einen Computer trotz Virenscanner hacken

Ein Höhepunkt des Verbrauchertags war das Live-Hacking: SMS und E-Mails fälschen, eine Digitalkamera angreifen oder einen Computer trotz Virenscanner mit einem Trojaner ausspionieren – IT-Sicherheitsexperte Sebastian Schreiber demonstrierte, wie schnell ein Zugriff auf persönliche Daten möglich ist. Er gab Tipps, wie der eigene Umgang mit elektronischer Kommunikation sicherer gestaltet werden kann.

Besucherinnen und Besucher des Verbrauchertags hatten bereits mit der Anmeldung und während der Veranstaltung die Möglichkeit, Fragen zu stellen – und mit den Expertinnen und Experten zu diskutieren. Auf einem Infomarkt gaben das Verbraucherschutzministerium Baden-Württemberg sowie weitere Institutionen wie die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg, der Landesseniorenrat e. V., die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V., die Verbraucherkommission Baden-Württemberg, das Kindermedienland, der Landesbeauftragte für den Datenschutz und das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e. V. Einblicke in ihre Arbeit und versorgten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Tipps und Broschüren.

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Präsentationen der Veranstaltung

Ergebnisse der Befragungen zum Verbrauchertag

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