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Reise
  • 09.08.2016

Tipps für eine sorgenfreie Urlaubsreise: Informationen zu den wichtigsten europäischen Reise- und Passagierrechten

Strand mit Palmen

Ferienzeit ist Reisezeit. Und damit verbunden stellen sich Verbraucherinnen und Verbraucher verschiedene Fragen:
Was muss ich bei der Buchung einer Urlaubsreise beachten?
Wen kontaktiere ich im Ausland im Notfall?
Was kann ich tun, wenn mein Zug oder mein Flugzeug verspätet ist?

Damit die Urlaubsreise sorgenfrei angetreten werden kann und der Urlaub ohne Ärger verläuft, hat das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Tipps zu diesen und weiteren Fragen zusammengestellt.

Online-Buchung und Bewertungsportale

Nach Erhebungen von Stiftung Warentest nutzen fast 31 Millionen Deutsche das Internet für ihre Urlaubsplanung (Stand 2010). Vor allem Last-Minute-Reisen werden gerne im Internet gebucht. In der Regel ist es schnell und unkompliziert möglich, über ein Online-Portal einen Flug, ein Hotel oder die gesamte Reise zu buchen. Mehrere unabhängige Testinstitute und Fachzeitschriften haben bereits Online-Reisebüros unter die Lupe genommen und dabei festgestellt, dass nicht immer alles reibungsfrei verläuft.

Verbraucherinnen und Verbraucher sollten daher auf verschiedene Punkte achten:

  • Bietet der Portalbetreiber eine kostenlose telefonische Hotline oder die Möglichkeit zur E-Mail-Kontaktaufnahme an?
  • Wie hoch sind Umbuchungs- oder Stornogebühren?
  • Wie hoch ist die Gebühr für die Zahlungsabwicklung?
  • Lauern möglicherweise versteckte Zusatzkosten beziehungsweise sind die Kosten eindeutig ausgewiesen?

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte die Rechte von Reisenden diesbezüglich im Juli 2012 gestärkt, indem er entschieden hat, dass sich neben den Fluggesellschaften auch Reisevermittler an die seit dem November 2008 geltende EU-Verordnung (Verordnung (EG) 1008/2008) halten müssen. Demnach müssen Kosten für Zusatzleistungen, insbesondere für Reiserücktrittsversicherungen, zu Beginn des Buchungsvorgangs angeben werden und dürfen nicht voreingestellt sein. Reisende müssen die Versicherung aktiv auswählen, wenn sie diese benötigen.

Nicht nur Flüge werden über das Internet gebucht, auch Hotelbuchungen nehmen viele Verbraucherinnen und Verbraucher direkt online vor. Laut Stiftung Warentest greifen rund sieben Millionen Menschen auf Informationen von Hotelbewertungsportalen zurück. Um kein einseitiges Bild zu erhalten, sollten grundsätzlich bei mehreren Portalen Informationen über das Wunsch-Hotel abgefragt werden. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten außerdem darauf achten, wie viele Bewertungen abgegeben wurden, wie aktuell diese sind und wer die Bewertung abgegeben hat.

Werden beispielsweise Angebote für einen erholsamen Wellness-Urlaub gesucht, sind Bewertungen von Familien mit kleinen Kindern nicht die passenden, da hier auf andere Dinge Wert gelegt wird. Von den Hotelgästen gegebenenfalls eingestellte Fotos sind oftmals aussagekräftiger als die eigentlichen Bewertungen.

Wen kontaktiere ich im Notfall?

Die 112 ist inzwischen eine europaweit einheitliche Notrufnummer, die überall in der Europäischen Union vom Festnetz sowie vom Handy aus kostenlos zu erreichen ist. Sie verbindet den Anrufer mit dem zuständigen Notrufdienst. Das kann die örtliche Polizei, die Feuerwehr oder der Notarzt sein. Die 112 ist ganzjährig rund um die Uhr erreichbar. Darüber hinaus wird diese Nummer stellenweise auch außerhalb der EU verwendet, beispielsweise in Bosnien, Montenegro und der Türkei.

Außerhalb der EU hat jede Bürgerin / jeder Bürger eines EU-Mitgliedstaats Anspruch auf konsularischen Beistand, selbst wenn das Heimatland dort keine Auslandsvertretung hat. Im Notfall kann in jedem Konsulat und jeder Botschaft eines anderen EU-Mitgliedstaats um Hilfe gebeten werden. Erforderlich werden könnte dies beispielsweise bei einem schweren Unfall oder beim Verlust der Ausweis- oder Reisedokumente. Darüber hinaus haben sich alle EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, Bürgerinnen und Bürger anderer EU-Staaten im Krisenfall wie ihre eigenen Staatsangehörigen zu evakuieren.

Verspätungen von Flugzeugen oder Zügen

Seit Februar 2005 stehen allen Fluggästen in Europa auf Grundlage der EU-Fluggastrechte-Verordnung (Verordnung (EG) 261/2004) umfassende Rechte bei Nichtbeförderung, Annullierung oder Flugverspätungen zu. Einen europaweit einheitlichen Verbraucherschutz gibt es seit Dezember 2009 auch für Bahnfahrer. Mit der Verordnung über die Rechte und Pflichten von Fahrgästen im Eisenbahnverkehr (Verordnung (EG) 1371/2007) gelten europaweit einheitliche Entschädigungsregeln im Bahnverkehr, ob bei Zugverspätung, bei Ausfall oder auch bei Unfällen.

Näheres zum Thema Passagierrechte im Verbraucherportal

Weitere Tipps für Reisende

Bei Fahrten mit dem Auto ins Ausland ist oftmals das Mitführen einer Versicherungsbestätigung, der so genannten „Grünen Versicherungskarte“ (offiziell: Internationale Versicherungskarte für den Kraftverkehr), erforderlich. Auch über eine Mobilitätsgarantie oder eine Pannenhilfe, die auch im Ausland greift, sollten Verbraucherinnen und Verbraucher nachdenken. Diese Leistungen werden unter anderem von Automobilherstellern, Kfz-Versicherern oder Automobilclubs angeboten. Außerdem sollte im Einzelfall geprüft werden, ob ein ausreichender Versicherungsschutz bei Unfall oder Krankheit für die Auslandsreise bestünde.

Zum Thema Versicherungsschutz bei Reisen im Verbraucherportal

Wichtige Links für weitere Informationen 

Thema Reisen beim Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland

Mit dem Auto ins Ausland; Reise-App des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland

Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V.
www.vz-bawue.de

Informationen der Europäischen Kommission zu Reiserechten in deutscher Sprache

Informationen der Stiftung Warentest zu Reisethemen
www.test.de/freizeit-verkehr/

Luftfahrt-Bundesamt als Aufsichtsbehörde über den Luftverkehr in Braunschweig
www.lba.de

Smart­pho­ne-App „Zoll und Rei­se“ mit Ab­ga­ben­rech­ner; Information des Bundesfinanzministeriums

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