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Nachhaltiger Konsum
  • 20.01.2016

Obsoleszenz: Frühzeitiger Verschleiß von Produkten

defekter Laptop mit grobem Werkzeug

Werden Produkte mit dem Ablauf der Garantie funktionsunfähig?

Verbraucherinnen und Verbraucher machen immer häufiger die Erfahrung, dass Produkte vor der erwarteten Lebensdauer funktionsunfähig werden. Einige Wissenschaftler vermuten dahinter einen vorzeitigen (und eventuell sogar geplanten) Verschleiß von Konsumgütern – die so genannte Obsoleszenz. Sie nehmen an, dass für die Industrie ökonomische Anreize die Triebfeder für den geplanten bzw. in Kauf genommenen vorzeitigen Verschleiß sind. Ob ein vorzeitiger Verschleiß eines Produktes mit betriebswirtschaftlichen Kalkül eingebaut wurde („geplante Obsoleszenz“) oder aus einem anderen Grund dem Produkt anhaftet und seine Lebenszeit verkürzt, ist für Verbraucherinnen und Verbraucher dabei unwichtig. Bleibt die Lebensdauer eines Produktes hinter der berechtigten Käufer-Erwartung zurück, so werden Verbraucherinnen und Verbraucher durch die Anbieterseite getäuscht. Außerdem führt Obsoleszenz zur Verschwendung von Ressourcen und widerspricht damit Umweltschutz und nachhaltigem Wirtschaften. 

Besteht eine Informationspflicht über die Mindestlebensdauer?

Gesetzliche Mindestanforderungen an die Lebensdauer von Produkten bestehen derzeit nicht. Deshalb begehen Unternehmen, die Produkte so konstruieren, dass sie frühzeitig funktionsunfähig werden, keinen Rechtsbruch. Auch eine Informationspflicht seitens der Unternehmen über bestimmte Produkteigenschaften - ob beispielsweise ein Produkt repariert werden kann oder nicht - besteht nicht. Verbraucherinnen und Verbraucher haben in der Regel jedoch ein grundlegendes und berechtigtes Interesse, hochwertige und langlebige Produkte erwerben zu können. Sie sollten sich deshalb über die Mindestlebensdauer informieren können und erfahren, ob ein Produkt reparaturfähig ist oder nicht. 

Forderung der Verbraucherkommission Baden-Württemberg: Mindestlebensdauer gegen geplanten Pfusch?

Die Verbraucherkommission Baden-Württemberg hat einen Empfehlungskatalog für unterschiedliche Zielgruppen (die Landesregierung, die Wirtschaft, die Verbraucher) aufgestellt. Sie empfiehlt u. a. die verstärkte Kontrolle/Durchsetzung der Einhaltung bereits bestehender Informationspflichten für Hersteller. Zusätzlich fordert sie eine Kennzeichnung der Mindestlebensdauer von Produkten. Diese sollte klar, einfach, verständlich und vergleichbar die Konstruktionsüberlegungen und Planungen der Anbieter eines Produkts dokumentieren. Ob die Politik eine solche Mindestlebensdauer einführen wird, bleibt abzuwarten. 

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