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Verbraucherrechte im Supermarkt
  • 08.08.2016

Einkaufen im Supermarkt - Kundenrechte und Mythen

Mutter mit Kleinkind beim Einkauf im Supermarkt

Dürfen Eierkartons geöffnet werden? Ist es erlaubt, an noch nicht bezahlten Erdbeeren zu naschen? Es gibt viele Fragen und Mythen rund ums Einkaufen, die weit verbreitet sind. Hier erfahren Verbraucherinnen und Verbraucher, was tatsächlich zulässig ist und was nicht.

Öffnen von Eierkartons oder Aktionsware

Kundinnen und Kunden dürfen Eierkartons oder Aktionsware öffnen, wenn sie dabei weder Verpackung noch Inhalt beschädigen. Wichtig ist es also, die Verpackung behutsam aufzumachen und sie wieder zu verschließen. Wenn der Inhalt beschädigt wird, muss in der Regel das ganze Produkt bezahlt werden. Ist nur die Verpackung kaputt gegangen, so haben Kundinnen und Kunden allenfalls für diesen Schaden aufzukommen.

Sonderangebote

Wenn der Supermarkt ein attraktives Sonderangebot anbietet, liegt es nahe, sich einen Vorrat anzulegen. Im Allgemeinen dürfen jedoch nur „haushaltsübliche Mengen“ auf einmal gekauft werden. Gerade von besonders begehrter Ware sollen möglichst viele Verbraucherinnen und Verbraucher profitieren. Händler müssen deshalb dafür sorgen, dass Lebensmittel, die in besonderen Verkaufsaktionen angeboten werden, grundsätzlich bis zum Ende des ersten Aktionstags erhältlich sind. Aktionsware, wie Computer oder Kameras, sollte mindestens bis zum Mittag des ersten Angebotstags vorrätig sein.

Rückgabe von Pfandflaschen

Nicht nur beim Einkauf, sondern auch bei der Rückgabe von Pfandflaschen treten Fragen auf – beispielsweise, ob grundsätzlich alle Pfandflaschen zurückgenommen werden müssen.

Bei Einwegflaschen gilt Folgendes: Geschäfte mit mehr als 200 Quadratmetern Verkaufsfläche müssen alle Einwegflaschen annehmen, auch die, die sie nicht im Sortiment haben. Zerbeulte oder zersprungene Einwegflaschen müssen ebenfalls zurückgenommen werden, sofern das Pfandkennzeichen noch erkennbar ist – selbst wenn der Leergutautomat die Flaschen nicht akzeptiert.

Bei Mehrwegflaschen existiert hingegen keine gesetzliche Rücknahmepflicht. Händler nehmen Mehrwegflaschen, die sie selbst im Sortiment haben, in der Regel problemlos zurück. Sicherheitshalber empfiehlt es sich, den Kassenbon aufzubewahren.

Unbezahlte Ware probieren

Solange die Ware nicht bezahlt wurde, gehört sie dem Ladenbesitzer. Grundsätzlich gilt also, dass Lebensmittel zuerst bezahlt werden müssen, bevor sie verzehrt werden. Wer gerne testen möchte, ob Obst und Gemüse auch wirklich hält, was es beim Anblick verspricht, kann das Supermarktpersonal um Erlaubnis fragen.

Kleingeld

Größere Beträge sollten an der Supermarktkasse nicht nur mit Kleingeld bezahlt werden. Kundinnen und Kunden, die mit mehr als 50 Münzen bezahlen, müssen damit rechnen abgelehnt zu werden, denn mehr müssen Kassierer pro Einkauf nicht akzeptieren.

Umtausch von Waren

Eine weitere verbreitete Meinung ist, dass Waren nach dem Einkauf problemlos wieder umgetauscht werden können. Doch wer nach dem Einkauf feststellt, dass er die falsche Ware gekauft hat, kann sie nicht einfach wieder zurückgeben  – selbst wenn die Verpackung noch intakt ist und der Kassenbon vorliegt. Kundinnen und Kunden haben im Supermarkt grundsätzlich kein Recht auf Umtausch von einwandfreien Waren. Anders ist die Lage, wenn Lebensmittel vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums verdorben sind. In diesem Fall sind Händler in der Pflicht sie zurückzunehmen.

Darf das Ladenpersonal meine Taschen kontrollieren?

Grundsätzlich gilt: Auch wer „nichts zu verbergen hat“, muss gegen seinen Willen weder die Taschen selbst öffnen, noch die Öffnung durch das Ladenpersonal zulassen (Ladendetektive eingeschlossen). Taschen gehören zum rechtlich geschützten Privatbereich, in den selbst die Polizei nur unter strengen Voraussetzungen eingreifen darf.

Wird ein Dieb auf frischer Tat ertappt (zum Beispiel sieht ein Kassierer, wie jemand eine Packung Kaugummis in seiner Tasche verschwinden lässt, ohne sie aufs Band zu legen), darf ihm das Personal das Diebesgut natürlich – auch gegen seinen Willen – wieder abnehmen. Besteht aber nur der konkrete Verdacht, dass die Kundin oder der Kunde etwas eingesteckt hat ohne zu bezahlen (zum Beispiel weil dies jemand beobachtet haben will), muss das Personal erst die Polizei rufen, um von dieser eine Taschenkontrolle durchführen zu lassen. Kann der Verdacht nicht ausgeräumt werden, ist die Kundin oder der Kunde verpflichtet, bis zum Eintreffen der Polizei zu warten. Wer sich weigert, kann solange im Laden festgehalten werden.

Verdachtsunabhängige Kontrollen sind stets unzulässig, auch wenn in dem Laden öfter Diebstähle vorkommen. In diesem Fall muss die Kundin oder der Kunde auch nicht auf das Eintreffen der Polizei warten und darf nicht festgehalten werden.

Hat der Laden ein Schild ausgehängt, auf dem steht, dass Taschenkontrollen geduldet werden müssen, wenn man dort einkaufen möchte, so ist dies rechtlich wirkungslos. Allerdings ist es zulässig, die Mitnahme von Taschen – mit Ausnahme von Handtaschen – ganz zu verbieten, wenn den Kundinnen und Kunden die Möglichkeit gegeben wird, ihre Taschen sicher zu verwahren.

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